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Was war das für ein Mittwoch? Zuerst stellt Apple das neue iPhone 5 vor, um dann wenig später eine komplett Überarbeitung des iPod nano zu enthüllen, wieder einmal. Nachdem Apple 2010 erstmals ein Touchscreen-Display in einem viereckigen Gehäuse aus Aluminium verbaute, avancierte eben dieser zur heimlichen Apple iWatch.

Der Crowdfunding-Dienst Kickstarter dürfte zweifelsohne Sprungbrett dafür gewesen sein, wenn wir uns an das Lunatik TikTok-Armband erinnern oder das iWatchz Elemetal Collection* Uhrenband. Zwar blieb dieser [wpseo]iPod nano[/wpseo] weit hinter den Möglichkeiten, da Akku-Laufzeit und letztlich auch die wenig ausgebaute Personalisierung des Systems die Nutzung stark limitierten. Gleichwohl offenbarte Apple wieder einmal, wie die Zukunft aussehen könnte und ebnete nebenbei sogar den Weg für findige Entwickler, die unter anderem eine Pebble Smartphone-Uhr ersonnen.

Neuer Formfaktor und 2,5 Zoll Multi-Touch Display

Mit der siebten Generation des iPod nano* versuchen sich Apples Ingenieure zum wiederholten Mal an einem neuen Formfaktor und zerstören damit einen Markt, der bislang von Unternehmen wie Lunatik dankend angenommen wurde. Die Nachfrage nach diesen Lösungen war vorhanden, ohnehin ist das iPhone ein gutes Beispiel, was ein Lifestyleprodukt ist und wie solche von Marktwirtschaften dieser Welt angenommen werden. Während in den USA und Europa das iPhone nach wie vor nachgefragt wird, war die Einführung in China dagegen ernüchternd. Mit der [wpseo]Apple iWatch[/wpseo] entstand nicht zuletzt eine neue Produktkategorie für Lifestyleprodukte.

Verzweifelt versucht man in Cupertino die stets rückläufigen Verkaufszahlen der iPods in den Griff zu bekommen, die wohlgemerkt zu einem unbekannten, aber sicherlich großen Teil vom iPod touch generiert werden. Den gewünschte Erfolg des einstigen Kassenschlagers iPod mini mit einem überholten Modell zu erreichen, blieb auch mit der letztjährigen Generation aus.

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Berechtigterweise werden im Netz mittlerweile Kritiken laut, wonach sich Apple gewaltig von der Nokia Lumia-Serien hat inspirieren lassen. Das obligatorische Beweisfoto ist allerdings bezeichnend für die diesjährige und letztjährige Generation des iPod nano. (via) Eine Ähnlichkeit lässt sich nicht leugnen. The Verge macht sich indes darüber lustig, dass der iPad nano mehr zu einem Impulskauf verkommen sei, um für Ereignisse wie Weihnachten oder Geburtstage verschenkt zu werden. Das junge Klientel, welches heute mehr denn je Dienste wie Spotify oder ganz generell YouTube als Quelle für Musik nutzt, wird sich des Respektes wegen darüber freuen, um es aber dann bei eBay zu verhökern.

Zielgruppe fragwürdig

In der Küche würde man sagen, der [wpseo]neue iPod nano[/wpseo] ist weder Fisch noch Fleisch. Zum einen zeigt sich Apple innovativ, verbaut ein doppelt so großes Touchscreen-Display als im vorherigenen Modell. Auf der anderen Seite ist auf diesen ein System installiert, das wie iOS aussieht, in Wahrheit allenfalls einer stark abgespeckten Version entspricht. Natürlich können mit dem neuen iPod nano Fotos, Videos, Musik gespeichert und mit der mitgelieferten Nike+-Trainingsapp auch eine hausgemachte Fitness-App mit sich bringt. Allerdings ist das 2,5 Zoll große Multi-Touch Display zwar doppelt so groß wie das vorherige Modell, die Speicherkapazität ist dagegen mit festverbauten 16 GB äußerst schmal bemessen und schafft damit ein neues hausgemachtes Kapazitätsproblem für Neukunden. Welchen Kunden möchte Apple denn nun bedienen?

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Gewiss ist der Markt für mobile MP3-Player mit dem Aufwind der Smartphones und Tablets stetig kleiner geworden, trotzdem ignoriert Apple jedwede Entwicklung neuerer Zeit. Dienste wie Spotify oder YouTube sind sowohl bei jungen wie alten Klientel hoch im Kurs, jedoch bietet Apple keine Unterstützung hierfür und verlangt stattdessen einen iTunes-fähigen Computer. Die Musikindustrie entwickelt längst neue Geschäftsmodelle, um auf das veränderte Nutzerverhalten einzugehen. Martkforschungsinstitute wie Gartner erwarten schon seit Monaten wachsende Abonennten-Zahlen für diese Dienste.

Zumal Apple die 4. Generation des iPod touch* weiterhin im Angebot behält. Für 209 Euro bekommt ihr ein vollwertiges iOS-Gerät mit 16 GB Speicherkapazität, der Perspektive auch in Zukunft mit der iCloud eine kleine Fotodatenbank mit euch herumzutragen und leztlich auch von den Apps im App Store zu profitieren. Was da ein 169 Euro teures, stock steifes und seien wir ehrlich hässliches Gerät zu suchen hat? Ich weiß es nicht. Wie gefällt euch der neue iPod nano?

Zukunftsaussicht?

smartwatchSony hat auf der CES 2012 mit der SmartWatch* quasi eine Verlängerung zum Smartphone vorgestellt, die nicht zuletzt wegen ihrer kultigen Armbänder dem Zeitgeist entspricht. Die Frage ist folglich, ob Apple schlichtweg die Nische für den iPod weiter bedienen möchte oder ob man bereits an einer eigenen iWatch-Lösung arbeitet. Respektlos erscheint Apple gegenüber Herstellern wie Lunatik indes schon, immerhin war wenn nicht der letztjährige iPod nano ein Lichtblick im diffusen MP3-Player-Geschäft.

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